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| Sass |
Nostalgie-Thriller | D
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Mit einer Reihe spektakulärer Einbrüche werden die Brüder Sass zu Volkshelden im Berlin der 20er-Jahre. Immer frecher genießen sie das Leben in den "Roaring Twenties" - bis zum bitteren Ende. Ein Ganoven-Epos mit viel Ausstattungs-Nostalgie.
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Führen als Einbrecher die Berliner Polizei in den 20er-Jahren an der Nase herum: Ben Becker (links) und Jürgen Vogel als Franz und Erich Sass.
(Bild: Constantin)
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(tsch) Franz und Erich Sass (Ben Becker und Jürgen Vogel) sind zwei richtige "Jungs aus Moabit". So jedenfalls pflegt sie der Vater zu titulieren, wenn er sie mitten im Erfolg an ihre Arbeiter-Herkunft erinnert. Franz und Erich träumen vom großen Geld in ebenso düsteren wie umtriebigen Zeiten, als die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Doch die Berliner Brüder haben eine Idee, wie man an gutes Geld kommen kann: Sie sind die ersten, die bei ihren Einbrüchen den gerade erfundenen Schneidbrenner benutzen. So sind sie fünf Mal schneller als stinknormale Panzerknacker und lehren die Polizei und Publikum im schlicht "Sass" genannten Kinofilm das Staunen.
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Besonders Franz Sass (Ben Becker) lebt auf großem Fuß. Er lacht sich die Bankierstochter Sonja Weiss (Jeanette Hain) an.
(Bild: Constantin)
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Ihre erste Präzisionsarbeit mit dem Schneidbrenner tätigen sie allerdings gewissermaßen aus der Not heraus. Es gilt, Steuerschulden zu begleichen. Und so planen die Brüder im Frühjahr 1924 ihren ersten "Bruch". Nur knapp entkommen sie einem Kriminalbeamten (Henry Hübchen), der auf sie abgerichtet ist. Weil sie brav eine Autowerkstatt betreiben, lässt sich ihnen nichts beweisen. Außerdem: Der Schneidbrenner wurde ihnen just zur Tatzeit gestohlen.
Schon ein Jahr später schlagen die beiden wieder zu, die Coups werden größer, und mit ihnen wächst die Sympathie unter den Berlinern, die nun die Brüder aus Moabit zu Volkshelden stilisieren. Frank und Erich Sass stehen zu ihrem Erfolg, handeln nach der "Hoppla-jetzt-komm'-ich"-Devise und fragen lauthals: Was kostet die Welt? Als seien sie selbst Cabaret-Stars, zelebrieren sie sich als Gäste in Nightclubs und Varietés wie dem "Wintergarten" und lassen applaudieren.
So was geht, wie man weiß, selten gut. Man kennt das aus Räuberballaden wie "Butch Cassidy und Sundance Kid". Es lebt sich bestens, zumindest so lange es keine Neider gibt in der Unterwelt. Den Ganoven-Brüdern gehört unsere Sympathie. Nicht zuletzt, weil sie allerlei Freunde und Bekannte mit ihren Scheinen beglücken. Schwieriger wird es für, wenn sie die Kreise der eben heraufziehenden Nazis stören. Da wird was von den Millionen an Wahlgeldern in die Geschichte hinein geschummelt, die es zu rauben gilt. Und etwas vom jüdischen Bankier, der dabei hilft - samt hübscher Tochter (Jeanette Hain), in die sich der Schwerenöter Franz (Ben Becker) unsterblich verliebt.
"Sass" lebt ausschließlich vom Zusammenspiel der unterschiedlichen Temperamente des Ben Becker und des Jürgen Vogel - hier der Kraftprotz, dort der gescheite Kopf am Tresor. Und, in Maßen, auch vom Räuber-und-Gendarmen-Spiel im nostalgischen Babelsberg-Berlin. Mithin: alles in allem eine eher nichtige Schauspieler-Fingerübung. Immerhin eine Kino-Empfehlung für Carlo Rola als Regisseur. Nächstens wünscht man sich dann mal einen richtigen Film von ihm.
Hans Czerny
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