| Ein Leben für die Revolution |
ZDF 06.08.2006 23:30
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Kuchen für Fidel Castro
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Fidel Castro (links) trifft 1955 den damaligen US-Vizepräsidenten Richard Nixon.
(Bild: ZDF / Phoenix)
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(tsch) Es ist anzunehmen, dass Fidel Castro an seinem Geburtstag eine Rede halten wird. Der kubanische Staatschef liebt Reden. Besonders seine eigenen. Sieben Stunden Quasselmarathon hält Castro locker durch. Einmal soll er sogar zwölf Stunden gesprochen haben, was einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde durchaus rechtfertigen würde. Castro, der am 13. August sein 80. Lebensjahr vollendet, hat viel erlebt und darum wohl auch viel zu erzählen. So mutet es fast überraschend an, dass Eberhard Piltz nur knackige 35 Minuten braucht, um das Leben des Diktators von der Zuckerrohrinsel zu durchleuchten.
Bei all den offiziellen Feierlichkeiten, kritischen Würdigungen und unverholenen Hasstiraden, die Castro zu seinem Jubeltag ins Haus stehen, rückt die wichtigste Frage völlig in den Hintergrund. Die lautet: Wird Castro dieses Jahr überhaupt 80?
Die Quellenlage ist relativ undurchsichtig. Aus gut informierten Kreisen sickerte aber unlängst durch, dass sich Castro als Teenager ein Jahr älter machte, um aufs Jesuitenkolleg gehen zu können. Der "Maximo lider" wäre demnach 1927 geboren, und die Jubel-Kubaner würden am 13. August den 79. Geburtstag ihres Inselchefs feiern. Ist die Mega-Party in Havanna eine gezielte Irreführung des Klassenfeindes? Die Antwort kennen wohl nur Castro und ein paar Eingeweihte.
Ungeachtet dieser Problematik ist die Dokumentation von Eberhard Piltz natürlich sehenswert. So erfährt man in konzentrierter Form, wie aus dem unehelichen Sohn eines Großgrundbesitzers erst ein kommunistischer Revolutionär und schließlich der am längsten amtierende Staatschef der Welt wurde, und wie er sogar den Fall des Sowjet-Imperiums unbeschadet überstand.
Nicht fehlen dürfen auch die obligatorischen Gespräche mit ehemaligen Genossen und Familienangehörigen. Alina Fernandez Revuelta ist die Tochter des maximo lider und lebt heute in Miami. Das erklärt, warum sie über ihren Vater nicht unbedingt Nettigkeiten zu erzählen weiß.
Castro wird sich darum nicht grämen. Er hat honorige Freunde. Neben der "Hand Gottes" Diego Maradona zählen Boliviens Präsident Evo Morales und der Regisseur Oliver Stone zum intimen Kreis. Morales will Castro einen Koka-Kuchen nach Havanna schicken. Als kleines Dankeschön für die kubanische Entwicklungshilfe. Und Oliver Stone hat einen geschwätzigen und unkritischen Film über den Diktator gedreht - "Comandante". Der läuft am Sonntag, 13. August, um 23 Uhr, im Bayerischen Fernsehen. Man kann ja mal reinzappen. Feliz cumpleanos, Fidel!
Tobias Köberlein
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