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Der längste Tag des Will Jimeno  vox 07.09.2007 22:30

Eine amerikanische Heldengeschichte

(tsch) Als New York Mitte Juli von der Explosion einer Dampfleitung erschüttert wurde, waren die Bilder sofort wieder präsent: Die Rauchsäulen und die Panik riefen die Erinnerungen an den 11. September 2001 wach, als zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers rasten. Etwa 3.000 Menschen starben durch diesen Terrorakt. Kurz vor dem sechsten Jahrestag der Tragödie wiederholt vox "Der längste Tag des Will Jimeno - Eine amerikanische Heldengeschichte". Das "Spiegel TV Thema" beleuchtet das Schicksal eines New Yorker Polizisten, der lebend aus den Trümmern geborgen werden konnte.

"Wir waren mitten im Armageddon", erinnert sich Will Jimeno daran, als er und seine Kameraden aus dem Bus stiegen, der die Polizisten zum Ground Zero brachte. Dass inzwischen auch der Südturm getroffen wurde, wussten die fünf Beamten um Sergeant John McLoughlin nicht, als sie in das Verbindungsgebäude zwischen den Türmen gingen. Ebenso nicht, dass es der zusammenstürzende Südturm ist, der die Männer plötzlich mit Schutt begräbt. "Autobomben", vermutete der Sergeant als Ursache für den Einsturz der Halle.

Zwei der Männer sterben auf der Stelle, Will Jimeno und John McLoughlin werden von Stahlteilen eingeklemmt. Lediglich Dominick Pezzulo kann sich bewegen und versucht seine Gefährten zu befreien. Als auch der Nordturm kollabiert, verletzen ihn herabfallende Betonteile tödlich. Ein banges Warten beginnt für die beiden Überlebenden, die erst in den Abendstunden von Marinesoldaten gefunden werden. Sie sind zwei der 20 Menschen, die lebend geborgen werden konnten.

Oliver Stone verarbeitete die Geschichte der beiden Polizisten in seinem Film "World Trade Center", der 2006 in die Kinos kam. Obwohl Filmemacher Ralph Quinke die 60 Millionen Dollar teure Heldengeschichte mehrfach kritisiert, arbeitet er etliche Szenen daraus in seine Dokumentation ein. Bevor er Jimeno und McLoughlin ausführlich zu Wort kommen lässt, rekonstruiert er den Tagesablauf der beiden Hauptattentäter Mohamed Atta und Ziad Jarrah.

In New York begleitet der "Spiegel TV"-Redakteur den pensionierten Will Jimeno zu den Stationen, die er am 11. September 2001 anlief, bevor er verschüttet wurde. "Ich bin stolz, da runter gegangen zu sein." Doch als Held fühlt er sich nicht. In der Polizeiwache am New Yorker Busbahnhof prangen die Fotos seiner drei toten Kollegen an ihren verschlossenen Spinden. "Diese Männer sind Helden", meint Jimeno, den Tränen nahe.

Annekatrin Liebisch

Links:

  Will Jimenos Erinnerungen an den 11. ...
  TV-Tipp: Der 11. September 2001 - Myt...

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