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Der 11. September 2001 - Mythos und Wahrheit  ZDF 11.09.2007 20:15

Eine Mauer des Schweigens

(tsch) "Es gibt eine Verschwörung der amerikanischen Regierung nach dem 11. September", sagt ZDF-Reporter Michael Renz. "Informationen werden der Öffentlichkeit vorenthalten. Es wird getäuscht, gelogen und konspiriert. Dinge verschwinden und Zuständigkeiten werden negiert. Das ist einfach unglaublich." Für die Dokumentation "Der 11. September 2001 - Mythos und Wahrheit" reiste Renz gemeinsam mit seinem BBC-Kollegen Guy Smith in die Vereinigten Staaten - in der Hoffnung, Fakten von Fiktion trennen zu können. "Wir erwarteten, dass uns die Regierung unter die Arme greifen würde, denn wir wollten mit unseren Recherchen ja viele der kursierenden Verschwörungstheorien aus der Welt schaffen", erinnert sich der Reporter. "Von wegen! Man hat uns jede Tür nicht nur vor der Nase zugeschlagen, sondern auf die Nase draufgehauen." Hochinteressant ist die 45-minütige Dokumentation, in der Experten, Augenzeugen und Verschwörungstheoretiker zu Wort kommen, dennoch - oder gerade wegen dieser "Mauer des Schweigens" vonseiten der US-Regierung.

Es gibt mehr als 50 Verschwörungstheorien, die sich mit dem Anschlag beschäftigen, der vor sechs Jahren die Welt erschütterte. "Diese Diskussion läuft sehr häufig abseits der etablierten Medien im Internet ab", erklärt Renz. Doch die Fragen und Zweifel, die dort geäußert werden, seien keinesfalls völlig aus der Luft gegriffen. "Ähnliche Fragen hatten wir auch. Es ist sehr wichtig, gerade für einen Journalisten, offizielle Versionen zu hinterfragen."

Warum schaffte es niemand, die vier Flugzeuge abzufangen und gegebenenfalls abzuschießen? Wo sind die Trümmerteile an der Absturzstelle in Shanksville, Pennsylvania? Passt ein Flugzeug überhaupt in das verhältnismäßig kleine Loch im Pentagon? Wurde das World Trade Center in Wahrheit gesprengt? Dienten die Flugzeuge nur zur Ablenkung? Warum stürzte das benachbarte Gebäude "World Trade Center 7" ein, das mit der CIA, dem Secret Service und dem Verteidigungsministerium ein "illustres Mieterverzeichnis" zu bieten hatte? Das sind die großen Kernfragen, die sich die Reporter und auch die Verschwörungstheoretiker, die sich selbst lieber als Skeptiker bezeichnen, stellen. "Je tiefer man bohrt, auf umso mehr Fragezeichen stößt man."

Im Großen und Ganzen zielten jedoch alle Verschwörungstheorien in die gleiche Richtung: "Dass es eine Verschwörung der amerikanischen Regierung gibt - mal mit Mossad, mal ohne, mal ist es die CIA, mal Bush persönlich. Mit diesen Anschlägen habe man die Legitimation für die Angriffe im Nahen Osten." Renz räumt ein, dass für die meisten der Verschwörungstheorien schlichtweg die Beweise fehlen. Andererseits halte die amerikanische Regierung der Öffentlichkeit tatsächlich sehr viele Informationen vor. "Wir fragen uns warum? Wo ist der Sinn hinter diesem Versteckspiel, bei dem uns teilweise auch frech ins Gesicht gelogen wurde?"

Doch nicht nur die Journalisten trafen auf eine Mauer des Schweigens. Auch Senator Bob Graham, einer der Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses von Senat und Repräsentantenhaus äußert sich in der ZDF-Dokumentation kritisch und prangert das grundlose Zurückhalten von Informationen an.

Neben unabhängigen Experten und Augenzeugen kommt in "Der 11. September 2001 - Mythos und Wahrheit" mit dem ehemaligen Bundesminister Andreas von Bülow, dem Autor des Internetfilms "Loose Change", Dylan Avery, und einem der bekanntesten amerikanischen Publizisten, Alex Jones, das "Who's who" der Verschwörungstheoretiker zu Wort.

Gezeigt werden in der brisanten Dokumentation teilweise neue, oder noch nie veröffentlichte Dokumente und Filmaufnahmen wie Fotos aus Shanksville, die Trümmerteile abbilden. Auch eine Drehgenehmigung für das Wrack erhielt das Team von ZDF und BBC "nach langem Hickhack" vom FBI. Filmen durfte man dennoch nicht: United Airlines weigerte sich einfach. "Völlig neue, mit harten Fakten belegbare Hintergründe" kündigt Michael Renz nun zum Geschehen in New York an: "Es hätten in New York an diesem Tag nicht so viele Menschen sterben müssen, wenn es nicht vorher eine jahrelange Schlamperei gegeben hätte, die den entsprechenden Behörden und den Eigentümern der Gebäude bekannt war."

Ute Nardenbach

Links:

  Infoseite zum 11. September 2001 bei ...
  Homepage "Loose Change"
  ZDF-Mediathek-Seite zum 11. September...
  TV-Tipp: Der längste Tag des Will Jimeno
  TV-Tipp: Event: Der 9/11 Themenabend
  TV-Tipp: Yasmin
  Webtipp: Die Wahrheit ist irgendwo da...

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