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Warten auf das Überraschungsei

Sonya Kraus präsentiert ab Samstag, 17. Juli, die neue ProSieben-Show "Solitary - Besieg dich selbst!"

"Bohei um meine Beule": Den Wirbel um ihr Mutterglück nimmt ProSieben-Moderatorin Sonya Kraus recht gelassen hin. (Bild: ProSieben)
Was in den Köpfen von TV-Verantwortlichen wohl so vorgeht: Für die ProSieben-Sommershow "Solitary - Besieg dich selbst!", die am Samstag, 17. Juli, 20.15 Uhr, startet, müssen sich neun Kandidaten auf engem Raum einpferchen lassen. Neun Folgen lang traktiert sie eine Computerstimme mit Psycho-Aufgaben. Den Kandidaten mit dem größten Durchhaltevermögen winkt ein besonderer Preis: der Anblick von Sonya Kraus (37), die für den Sender die Sieger kürt. Dabei steht die charmante "Talk, Talk, Talk"-Moderatorin derzeit vor einer sehr persönlichen Herausforderung: Kurz nach der "Solitary"-Premiere soll ihr erstes Kind zur Welt kommen. Ob es ein Mädchen oder Junge wird, weiß Sonya Kraus angeblich selbst nicht: Sie freut sich einfach auf die bislang größte Überraschung ihrer Karriere.

Einfach taff: Sonya Kraus animiert in den neun Folgen der ProSieben-Show "Solitary - Besieg dich selbst!" die Kandidaten zu psychischen Höchstleistungen. (Bild: ProSieben)
VIVA: Frau Kraus, Sie wirken außerordentlich gut gelaunt: Wie fühlt sich das Leben momentan für Sie an?

Sonya Kraus: Saftig und prall. Die Stimmung ist Bombe.

VIVA: Beschreibt das auch ein bisschen Ihre Außenwahrnehmung, wenn Sie in den Spiegel sehen?

Sonya Kraus: Der Anblick ist wirklich sehr grotesk. Wenn ich in den Spiegel schaue, frage ich mich jetzt immer: Wer hat mir bloß die Luftpumpe an den Nabel gesteckt und kräftig gepumpt? Ich muss immer öfter über mich selbst kichern ...

VIVA: Wie gut man doch mit Bauch aussehen kann! Männer, die bekanntlich einfach nur dicker werden, können da ziemlich eifersüchtig werden ...

Sonya Kraus: Jetzt kommen Sie mir nicht damit! Könnt Ihr Männer froh sein, dass Ihr Euch dieses ganze Drama mit dem dicken Ende, das erst zum Schluss kommt, entgehen lasst. Es läuft zwar derzeit alles problemlos und gar nicht so dramatisch, wie ich mir eine Schwangerschaft eigentlich so vorgestellt habe, aber hinsichtlich des "Touchdowns" würde ich dieses Privileg gerne weitergeben. Vor der eigentlichen Geburt habe ich furchtbare Angst.

VIVA: Wirklich?

Sonya Kraus: Na klar. Es haben ja schon andere vor mir geschafft - okay. Trotzdem beruhigt mich das nur sehr peripher.

VIVA: Wie bereiten Sie sich denn vor: Spielen Sie die Geburt innerlich durch oder wollen Sie lieber nicht so genau darüber nachdenken?

Sonya Kraus: Ich versuche natürlich, meinem Arzt einzubläuen, dass er mir gar nicht erst kommen muss mit wenig sachdienlichen Hinweisen wie "Jetzt ist es zu spät oder zu früh für schmerzlindernde Drogen". Ich bin feige - und werde böse schreien, wenn man mir nicht diese berühmte PDA-Spritze in den Rücken jagt. Für Tapferkeitsmedaillen bin ich die falsche Kandidatin.

VIVA: In dieser Hinsicht kann man sich also aus Ihren Einsätzen bei wilden ProSieben-Spielen nichts abschauen?

Sonya Kraus: (lacht) Leider nein.

VIVA: Und Sie haben selbst keine Freude daran, Menschen zappeln und schwitzen zu sehen - wie in der Spieleshow "Solitary - Besieg dich selbst!"?

Sonya Kraus: Nein, wirklich nicht. Die Kandidaten in der Show kämpfen ja gegen sich selbst - und nicht gegen mich. Ich stelle auch gar nicht die Aufgaben, das macht ein Computer, der "Alice" heißt. Das psychologisch Spannende an der Sendung ist, dass man selbst seine eigenen Grenzen entdeckt. Mit Häme oder Gemeinheit hat das alles wenig zu tun.

VIVA: Kaum zu glauben ...

Sonya Kraus: Ist aber so. Es gibt kein Zuschauer-Voting - von zu Hause aus kann man niemanden abstrafen. Es geht nur darum, dass jeder Kandidat einsam mit sich selbst zurechtkommen muss. Das ist fast ein bisschen wie in einem Kloster - samt Schweigegelübde.

VIVA: Und Sie heizen die Situation nicht zusätzlich an?

Sonya Kraus: Nein, ich erkläre die Spielregeln. Den Rest müssen die Spielteilnehmer mit sich selbst ausmachen. Ich trete auch nur beim Einzug der Kandidaten und letztlich wieder bei der Gewinner-Auflösung in Erscheinung. Wir sperren ja auch niemanden ein: Es gibt einen roten Knopf - und mit dem kann sich jeder selbst befreien. Man ist im wahrsten Sinn des Wortes seines Schicksals Schmied.

VIVA: Können Sie sich denn eigentlich vorstellen, wie es wäre, einmal selbst in einem dieser engen Würfel zu stecken?

Sonya Kraus: Das wäre ziemlich spannend. In unseren hektischen Zeiten hat man doch so gut wie nie die Chance, einmal mit sich allein zu sein. Diese Abgeschiedenheit ohne Handys, Internet, i-Pod oder Fernsehberieselung kennen wir gar nicht mehr. Ständig wird man von sich selbst abgelenkt. Den Gedanken, mich einmal eine länger Zeit nur mit mir selbst zu beschäftigen, finde ich relativ prickelnd. Gerade in diesen Zeiten, wenn so viel Bohei um meine Beule gemacht wird.

VIVA: Klingt fast so, als müsste man Ihre Show-Kandidaten ein bisschen beneiden ...

Sonya Kraus: Das war die Quintessenz dessen, was sie mir nach der Aufzeichnung vermittelten. Die Kandidaten erzählten mir, dass sie ganz viel über sich nachgedacht haben - und jederzeit wieder mitmachen würden. Es gab viele Ruhephasen, in denen man sich mit sich selbst beschäftigen muss. Man bekommt in den Kuben auch gar nicht mit, was die anderen machen. Daher entsteht kein Vergleichsdruck. Psychologisch finde ich das Spiel intelligent und spannend.

VIVA: Stecken Sie nicht gerade selbst in so einer Phase, in der sie sich vor dem Geburtstermin viel mit sich selbst beschäftigen?

Sonya Kraus: (lacht) Ich weiß vor lauter Ablenkung gar nicht, wo mir der Kopf steht. Wenn ich aus dem Fenster sehe, wird dort gerade noch ein Wasserschaden an der Fassade saniert. Unten im Keller bin ich am Ausmisten von Kisten. Oben versuche ich Platz zu schaffen für ein Kinderzimmer. Ich stecke kopfüber in den Vorbereitungen und kann momentan einfach so etwas von überhaupt nicht in mich gehen.

VIVA: Sie haben mal damit kokettiert, dass Ihre Schwangerschaft nicht fest im Fünf-Jahres-Plan steht. Haben Sie schon versucht zu planen, wie Ihr Leben nach der Geburt weitergehen soll?

Sonya Kraus: Ich bin schon so eine Art Organisationstalent und versuche immer, vieles zu planen. Es soll ja alles stehen, wenn "Touchdown" ist. Ich bin acht Wochen im Mutterschutz und versuche die auch so gut es geht zu genießen. So lange Zeit war ich schon nicht mehr zu Hause, seit ich mit 15 Jahren anfing, nebenbei zu modeln. Ich kann mich nicht daran erinnern, seitdem auch nur mal ein Wochenende zu Hause gewesen zu sein. Das Nomadenleben ist mir ins Blut übergegangen. Daher wird es extrem spannend für mich, ob mir nicht nach drei Wochen wieder die Decke auf den Kopf fällt. Kann gut sein, dass ich mich schon bald wieder auf die Arbeit freue. Ich liebe meinen Job beim Fernsehen. Und gleichzeitig bin ich sehr neugierig, wenn plötzlich ein kleines Würmchen in meinem Leben tritt - und mein neuer Boss wird.

VIVA: Wieviel Chaos und Trubel lassen Sie denn zu? Ein Kind kann ja ein ganz schöner Wirbelwind sein, der alle Zeitpläne durcheinanderbringt.

Sonya Kraus: Natürlich. Ich bin zwar gut organisiert und diszipliniert. Aber mein Motto lautet auch: Ordnung ist für kleine Geister, das Genie beherrscht das Chaos. Ich versuche einfach, das Kinderkriegen als Abenteuer zu sehen - und freue mich natürlich wahnsinnig. Wie schön ist das denn, so ganz überraschend und quasi beiläufig ein Kind zur Welt zu bringen? Ich wollte nicht eines Tages mit 45 Jahren aufwachen und merken, dass ich den Zug verpasst habe. Und ich bin mir ganz sicher, dass ich auch mit Kind noch eine Petra-Pan-Frau sein werde, die nicht erwachsen werden will.

VIVA: Fürchten Sie eigentlich den Heidi-Klum-Argwohn vieler anderer Mütter, die ihnen neiden könnten, wenn Sie auch nach Geburt schnell wieder perfekt und schön aussehen werden?

Sonya Kraus: (lacht) Ich glaube nicht, dass Frauen solche Miststücke sind, dass sie einer anderen Frau nicht gönnen, eine problemlose Schwangerschaft zu haben. Es gibt auch jetzt tausende Zipperlein und kleine Besenreißer, von denen ich mir auch nicht sicher bin, dass sie nach der Schwangerschaft von selbst verschwinden. Aber zum Jammern lasse ich mich einfach nicht hinreißen. Hallo, das muss man alles locker sehen! Und nicht umsonst kenne ich mich in Sachen Trickkiste super aus.

VIVA: Schon mal Fleckenteufel besorgt - für Babyspucke auf teuren Kleidern?

Sonya Kraus: Man wird mich auch in Zukunft nicht in flachen Tretern und im Schlabber-Freizeitlook sehen. Ich weiß doch, was ich meinen Zuschauern schuldig bin. Wer für ein visuelles Medium arbeitet, der muss schon eine gewisse Optik bieten - gerade bei leichten Unterhaltungssendungen. Privat ist das natürlich ganz anders: Ich sauge natürlich nicht im Abendkleid Staub - deswegen wird mir Babyspucke auf dem T-Shirt relativ wenig ausmachen.

VIVA: Wieviel Zeit verbringen Sie eigentlich mit der Suche nach einem Babynamen?

Sonya Kraus: Es ist und wird ein Überraschungsei. Dadurch wird auch die Namensfindung eine Hauruck-Aktion. Ich finde es sehr motivierend, dass ich mich in der schmerzhaften Stunde wenigstens darauf freuen kann, endlich zu erfahren, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird.

VIVA: Diese Überraschung haben Sie sich selbst bis zum Schluss aufgehoben? Kaum vorstellbar ...

Sonya Kraus: Stimmt aber. Das wird noch ein Zusatzgeschenk - und eine große Motivation: die Befriedigung der eigenen Neugierde.

VIVA: Bei den Ultraschall-Untersuchungen mussten Sie ja ganz schön tapfer sein, nicht doch einen Blick auf die Fotos zu werfen.

Sonya Kraus: Einmal habe ich auf ein Bild gedeutet und ganz großkotzig gesagt: Da ist doch ein Schnipsel zu sehen. Mein Gynäkologe hat mich aufgeklärt und gesagt: Frau Kraus, das ist die Nabelschnur! Seitdem halte ich lieber den Mund - und lasse die Fachleute sich den Kopf darüber zerbrechen, was man auf diesen seltsamen Bildern sieht.

Rupert Sommer

  Homepage der ProSieben-Sendung "...
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