VIVA.DE > Stars
Star-Portraits
  Übersicht
  Musik-Stars
  Kino-Stars
  TV-Stars
Fernsehen

Was läuft im Fernsehen, die besten Spielfilme ...

Kino

Was läuft im Kino, was bringen die neuen Filme ...

Berichte

Hintergrundinformationen und aktuelle Berichte ...

Neuigkeiten

Aktuelle Informationen aus der Musikszene ...

"Ich träume auf Deutsch, aber ich bete auf Italienisch"

Lorenzo Patané spielt ab 9. Juli wieder in der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr, im Ersten)

Schauspieler, Hobbykoch und leidenschaftlicher Fußballfan: Lorenzo Patané (33) ist ab 9. Juli wieder in "Sturm der Liebe" zu sehen (montags bis freitags, 15.10 Uhr, ARD). (Bild: ARD / Ralf Wilschewski)
"Tempesta d'Amore" - der italienische Titel der Erfolgstelenovela "Sturm der Liebe" (über 1.100 Folgen, seit 2005 im Ersten, Marktanteile um die 25 Prozent) zergeht auf der Zunge wie Hummer-Carpaccio - oder ein Song von Eros Ramazzotti. Dass die montags bis freitags, 15.10 Uhr, ausgestrahlte Daily aus dem "Fürstenhof", einem fiktiven Hotel in Oberbayern, auch im schönen Italien ein Renner ist, liegt womöglich an der sprichwörtlichen Nähe Italiens zu Bayern - und maßgeblich auch an Lorenzo Patané, der dank seiner Rolle als Sternekoch Robert Saalfeld im Stiefelland kaum unerkannt über die Straße gehen kann. Ein Glücksfall für die Münchner Bavaria-Produktion, dass der 33-jährige gebürtige Sizilianer nach seinem zwischenzeitlichen Ausstieg wieder zum Ensemble fand. Ab Freitag, 9. Juli, ist er mit dabei, aber so richtig los geht's erst Anfang August: Patané wird mit Serienpartnerin Uta Kargel ein zweites Mal in den Mittelpunkt des turbulenten Hotellebens rücken. Im Interview, zu dem er mit Freundin Alessandra und selbst gebackener Pizza anrückt, spricht der sympathische Wahl-Münchner nicht nur über la bella vita und deutsche Tugenden, sondern vor allem über Fußball: Lorenzo ist ein Inter Mailand-Tifosi aus dem Bilderbuch.

Das Liebeskarussell dreht sich weiter bei "Sturm der Liebe: Kindermädchen Eva Krendlinger (Uta Kargel, rechts) und Sternekoch Robert Saalfeld (Lorenzo Patané, links) rücken ab 6. August in den Mittelpunkt der Geschichten im "Fürstenhof". (Bild: ARD / Ralf Wilschewski)
VIVA: Lorenzo, ist der Inter-Fan nach dem Champions-League-Gewinn und dem Triple am Ziel aller Träume?

Lorenzo Patané: Absolut. Nach 45 Jahren wieder ein Sieg. Man kann sich nicht vorstellen, was das für ein langes Leiden war. Ich kann es immer noch nicht fassen!

VIVA: Was gab den Ausschlag?

Patané: Tolle Taktik, toller Trainer, toller Torjäger! Wir waren fünfmal hintereinander Meister, aber in der Champions League hat es nie hingehauen. Wir brauchten einen, der uns den Kopf wäscht, uns der eigenen Stärke bewusst macht und sagt, dass wir niemanden fürchten müssen - José Mourinho!

VIVA: Nicht selbstverständlich, dass aus einem Kind aus dem sizilianischen Catania ein Inter-Fan wird!

Patané: Es ist die Geschichte von Inter, die mich fasziniert: Neun Jahre nach der Gründung von AC Milan, am 9. März 1908, hat sich Inter abgespaltet, weil man sich nicht mehr mit den elitären Statuten der Kaufleute, Adeligen und Bänker anfreunden konnte. Inter ist der Arbeiterclub, der Club der Künstler, Schriftsteller und Sänger. Eine Mischkultur, die sich dafür eingesetzt hat, dass Ausländer in die Serie A kommen - deswegen heißt der Club Internazionale.

VIVA: So was interessiert einen doch als Kind nicht ...

Patané: (lacht) Als ich fünf Jahre alt war und zusammen mit meinem Opa, ein großer Inter-Fan, das UEFA-Cup-Spiel gegen den 1. FC Köln sah, fand ich die Farben des Trikots so toll. Ich fragte ihn: "Wer sind die Schwarzblauen?" Er antwortete: "Das ist dein Club!" Seitdem bin ich Inter-Fan.

VIVA: Wie leben Sie als viel beschäftigter Serienschauspieler Ihre Leidenschaft aus?

Patané: Ich versuche, zumindest die Stadtderbys zu besuchen - es kommen 83.000 Leute, es wird in der ganzen Welt übertragen. Ansonsten: Täglich "Gazzetta dello Sport" kaufen, Spiele im Internet schauen, Inter-Radio hören ... Ich habe keinen Fernseher - was ich sehen will, hole ich mir aus dem Netz.

VIVA: Teilt Ihre Freundin Alessandra die Fußball-Leidenschaft?

Patané: Sie kommt aus Neapel, und dort kann sich kein Mensch vorstellen, für Mailand zu sein. Und sie ist ein besonders heißblütiger Neapel-Fan. Zum Champions League-Finale habe ich ihr ein Inter-Trikot geschenkt, und sie hat es dann, glaube ich, mit Stolz getragen. Wir haben das Spiel zusammen geschaut - unter lauter Münchnern ... Das schweißt zusammen. Ein schönes Gefühl, auch wenn ich am Ende schon sehr müde war. Als Fan bildet man sich ja ein, mit der Kraft der Gedanken zum Erfolg der Mannschaft beitragen zu können ... Jedenfalls schaue ich so Fußball.

VIVA: Hat der fußballverrückte Teenager nicht einst von der großen Profikarriere geträumt?

Patané: Doch, hat er.

VIVA: Aber dann lieber Modedesign studiert?

Patané: Ich hatte zwei Träume: entweder Fußballer werden oder zum Fernsehen gehen. In jungen Jahren war es nicht leicht: viele Umzüge, Ortswechsel ... Da kannst du nicht vernünftig Fußball spielen. Mit meinem Vater, einem echten Cineasten, ging ich schon früh ins Kino. "Indiana Jones", "Star Wars" und solche Sachen - ich war tief beeindruckt von den Atmosphären und Welten und fand irgendwie heraus, dass ich mal mehr mit der Filmerei zu tun haben werde. Mit zwölf Jahren fing ich im Jugendtheater an.

VIVA: Also war das Thema Vereinsfußball erledigt?

Patané: Ja, leider. Dabei hätte ich Talent gehabt. Es hätte nicht zum Weltstar gereicht, aber Teil eines Kollektivs zu sein, das hätte ich mir zugetraut. Leidenschaft, Fleiß, Einsatz, Disziplin und Leidensfähigkeit - also das, was man als Fußballer haben muss - bringe ich jetzt eben in meinen Beruf als Schauspieler ein (lacht).

VIVA: Was Leidensfähigkeit im Fußball heißt, wissen alle Tifosi ...

Patané: Das WM-Aus war ernüchternd und traurig - ganz klar. Trotzdem hat es mich nicht wirklich überrascht. Wenn man sich damit auseinandergesetzt hat, was im Vorfeld passiert ist und wer von Trainer Marcello Lippi aufgestellt wurde, dann war eine schlechte WM schon sehr vorhersehbar.

VIVA: Ist Besserung in Sicht?

Patané: Wir haben eine Menge wahnsinnig toller Fußballtalente. Der 19-jährige Balotelli zum Beispiel oder Cassano. Da gibt es sehr gute Abwehrreihen, die nachkommen. Ich finde, dass man in Italien mehr Mut beweisen muss, auch mal verstärkt jüngere Spieler einzusetzen. Aber ich bin voller Hoffnung: Der neue Nationaltrainer Cesare Prandelli leistet hervorragende Jugendarbeit.

VIVA: Und warum muss ein Schauspieler leidensfähig sein?

Patané: Viele haben ein falsches Bild von dem Beruf. Natürlich gibt es Seriendarsteller, die ihren Text abliefern und sich ein gemütliches Leben machen. Aber es gibt auch solche, die an ihren Rollen basteln, sie mit sich herumtragen, an den Texten arbeiten und Rollen als Herausforderung ansehen. Leidensfähigkeit braucht man, weil man viel arbeitet. Am Set stehen, heißt: Stress! Jedes Detail von dir wird analysiert, es wird ständig gemäkelt und verbessert - jedenfalls wenn du eine Hauptrolle hast. Eine Daily-Hauptrolle heißt: Sehr früh aufstehen, spät nach Hause kommen. Du bist manchmal komplett durchgenudelt. Und: Du musst auf dich aufpassen, auch privat und im Urlaub musst du das Gesicht wahren. Wie im Fußball: Man muss eine Menge opfern, um die Leistung abrufen zu können.

VIVA: Haben Sie schon immer diese professionelle Sicht?

Patané: Das hat sich entwickelt. Ich habe aus Erfahrungen - auch schlechten - Lehren gezogen. Wieder eine Parallele zum Fußball: Aus einer Niederlage lernt man oft mehr als aus glatten Siegen. Ich bin mächtig auf die Schnauze gefallen. Vor allem musste ich begreifen, was der Beruf wirklich von mir fordert und was für mich Erfolg heißt.

VIVA: Wie meinen Sie das?

Patané: Ich musste lernen, dass ich keine Poster- und Titelseiten-Popularität brauche. Sondern dass es darauf ankommt, die Arbeit gut zu machen.

VIVA: Stichwort: Popularität. "Sturm der Liebe" ist auch in Italien ein großer Erfolg ...

Patané: Oh ja, dort ist "Tempesta d'Amore" Kult. Und in Italien geht man etwas anders mit einer bekannten Person um - dort wurde ich ein paarmal von Paparazzi am Strand abgelichtet, fremde Menschen fuhren mir im Auto kilometerweit mit Lichthupe hinterher, um ein Autogramm zu kriegen. Gewöhnungsbedürftig. Aber wenn das ein-, zweimal passiert, findest du das als junger Schauspieler eher spannend ... Ist irgendwie auch eine Bestätigung für meine Arbeit.

VIVA: Warum stiegen Sie 2007 bei "Sturm der Liebe" aus?

Patané: Ich war ein bisschen ausgebrannt - es war immer mein Credo, zu gehen, bevor es zu artifiziell wird. Ich hatte ein gutes Angebot für eine Serie von RAI Tre in Italien, man hatte mir eine Rolle auf den Leib geschrieben. Ich drehte dann fünf Monate auf Sizilien, danach habe ich mir erst mal ein paar Reiseträume verwirklicht: Einmal um die ganze Welt. Vielleicht musste ich mir neu klar werden, was ich im Leben will und dass ich die Schauspielerei brauche. Nach enormen Hochs kann so ein totaler Reset absolut nötig sein.

VIVA: Nach Italien, einer Weltreise und dem großen Reset kam ausgerechnet wieder Deutschland?

Patané: Ja. Weil ich wahnsinnig gerne hier lebe und es inzwischen meine Heimat ist. Mich faszinieren Geschichte und Literatur, dieser ganze deutsche Kulturblock. Das Land funktioniert, hier kann man sich entfalten und verwirklichen. Mit Disziplin, Feiß, Arbeit und Ehrlichkeit kommt man weiter ...

VIVA: Wir haben immer gedacht, das wären Klischees.

Patané: Okay, wir reden jetzt nicht über Ellbogenmentalität, Mobbing, Neid - aber das gibt es in allen kapitalistisch geprägten Staaten. Nein, ich habe wirklich das Gefühl, dass einem die Deutschen eine Chance geben, wenn man sich einsetzt. Das ist meines Erachtens längst nicht in allen Ländern so.

VIVA: Gibt es sie, die deutschen Tugenden?

Patané: Absolut ja! Und wo du auch immer in der Welt bist: Die Leute sind voller Hochachtung für Deutschland.

VIVA: Sagt ein gebürtiger Italiener, der sich als Deutscher fühlt?

Patané: Genau so ist es. Ich spreche keine Sprache so gut wie die deutsche, nicht mal Italienisch. Mit der klaren deutschen Sprache bin ich groß geworden, sie ist eng mit meinem Charakter verbunden.

VIVA: Und wieviel Italiener steckt in Ihnen?

Patané: Ich sag's mal so: Ich träume auf Deutsch, aber ich bete auf Italienisch. Der Bauch, die Emotion, der Solar Plexus, das ist italienisch geprägt - das Systematische habe ich von Deutschland. Obwohl ich sagen muss, dass ich ein sehr chaotischer Mensch bin (lacht).

VIVA: Immerhin betreiben Sie mit Ihrer Mutter noch ein Lokal in Stuttgart ...

Patané: Verrückte Geschichte - meine Mutter ist genau wie ich: Deutsch in ihrer Arbeit und sehr italienisch in ihrer Passion. Eines Tages rief sie an und sagte: "Ich hab's satt im Büro zu sitzen, ich will, dass wir Spaß haben und Menschen glücklich machen - willst du einen Weinladen mit mir aufmachen?"

VIVA: Normalerweise ist der erste Gedanke bei einer Geschäftsidee eher, dass man Geld verdienen will ...

Patané: Nicht bei meiner Mutter. Sie hatte einen guten Bürojob, aber sie machte damit niemanden glücklich - und das störte sie. Also machten wir den Weinladen auf. Bachus hat doch immer gelacht. Dionysos, der Gott des Weins, der Feste, der Freude und der Orgien, auch ... Es hat sich gelohnt. Aus dem Weinladen ist ein gut frequentiertes kleines Lokal geworden.

VIVA: Und der italienische Schauspieler, der Koch aus "Sturm der Liebe", kann selbstredend auch hervorragend kochen ...

Patané: (lacht) Natürlich. Meine Mutter, die ich zu den besten Köchen auf diesem Planeten zähle, hat mir einiges mitgegeben. Ich bin schon früh von zu Hause weggezogen - aber jedesmal, wenn es mir schlecht ging, fuhr ich zu meiner Mutter nach Stuttgart und habe mich zwei Tage durchfüttern lassen. Danach war ich gesund.

VIVA: Das Essen hat für einen Italiener halt einen anderen Stellenwert.

Patané: Ja, in Italien wird ein gutes Essen noch zelebriert. Aber Deutschland holt mit großen Schritten auf.

VIVA: Was man auch an den ganzen Kochsendungen sieht.

Patané: Nein! Stopp! Ich finde es teilweise schamlos, wie da gekocht und mit dem Thema Ernährung umgegangen wird. Da soll alles immer ganz einfach, salopp und schnell zubereitet werden, aber was rauskommt, ist vielfach leider - verzeihen Sie! - unter aller Sau.

VIVA: Probieren Sie es doch selbst mit einer Kochshow!

Patané: Sofort! Das kann ich mir vorstellen. Aber ein solches Format müsste ganz viel Fußball enthalten (lacht). Alessandra sagt das auch immer - zumal es bei uns wirklich ein festes Ritual ist, dass wir bei großen Fußballspielen Gäste einladen und für die anderen kochen. Wir brauchen das: Freude, Trubel, Leben. Als wir das Triple gewannen, habe ich zu Alessandra in ihrem Inter-Trikot gesagt: "Schatz, auch wenn wir jetzt verlieren sollten, es ist doch fast perfekt - wir werden diesen Abend nie vergessen." Und darauf kommt es letzlich an.

VIVA: Kennt der Hobbykoch auch das Erfolgsrezept von "Sturm der Liebe"?

Patané: Das Forum ist ungewöhnlich, das ganze spielt im Hotel - Menschen kommen, Menschen gehen. Und, so paradox es vielleicht klingt, es wird gekocht. Das Geschehen in der Küche ist etwas sehr Sinnliches, es macht die Telenovela lebendig. Die Geschichte ist in Bayern angesiedelt, eines der schönsten Länder der Welt - wir haben viele Außendrehs. Die Chiemseegegend kenne ich gut, da ich drei Jahre lang in Prien auf die Waldorfschule ging.

VIVA: Man sagt den Bayern nach, der italienischen Mentalität recht nahe zu sein ...

Patané: Stimmt schon. Meiner Freundin fiel das auch sofort auf, als sie das erste Mal in München war. Die Münchner zelebrieren das Leben - und München ist die einzige Stadt Deutschlands, in der ein Mann ungestraft ein rosa Hemd tragen darf.

Frank Rauscher

  Fan-Portal "Sturm der Liebe"
  Weitere italienische Fanpage "Te...
  Italienische Fanpage "Tempesta d...
  ARD-Homepage "Sturm der Liebe"
  Fanpage zu "Sturm der Liebe"

Wer ist jetzt online?


| VIVA Startseite | Werben bei VIVA | Mail an VIVA | Impressum | Presse | Kontakt | Haftung | Copyright |
© 2003 Viva Technology GmbH. Änderungen und alle Rechte vorbehalten.
Process time: 0.039s