VIVA.DE > Stars
Star-Portraits
  Übersicht
  Musik-Stars
  Kino-Stars
  TV-Stars
Fernsehen

Was läuft im Fernsehen, die besten Spielfilme ...

Kino

Was läuft im Kino, was bringen die neuen Filme ...

Berichte

Hintergrundinformationen und aktuelle Berichte ...

Neuigkeiten

Aktuelle Informationen aus der Musikszene ...

"Ich genier' mich nicht dafür!"

Peter Weck feiert am 12. August seinen 80. Geburtstag

Peter Weck - hier in der Samstagabendsendung "Höhepunkte" am 24. Juli im SWR - feiert am 12. August seinen 80. Geburtstag. (Bild: SWR / Tom Oettle)
Der sprichwörtliche Wiener Charme, gesunder Menschenverstand und eine Prise Humor begleiteten den am 12. August 1930 als Ingenieurs- und Fabrikantensohn in Wien geborenen Schauspieler und Regisseur Peter Weck zeit seines Lebens. Kaum zu glauben, dass er nun 80 Jahre alt wird, spricht der alte Schelm doch nach wie vor aus listigen Augen. Im Grunde gibt es gar nicht einen Peter Weck, sondern ein ganzes Dutzend davon. Der Burgschauspieler und hochklassige Boulevardier, der einst als "Der Schwierige" in Hofmannsthals gleichnamiger Fin-de-siècle-Komödie brillierte, steht neben dem Filou der Heimatfilme der 50er-Jahre, der Schnitzler-Interpret neben dem Charmeur und Herzensbrecher leidlich unterhaltsamer Sonntagsfilme. Jüngere wiederum wissen ihn als Oberhaupt in der Erfolgsserie "Ich heirate eine Familie" (1983) zu schätzen. - Vom spitzbübischen Uniformträger zum Charakterschauspieler und Grandseigneur war's nur ein Katzensprung. Neugierde gibt der umtriebige Wiener (verheiratet seit 1967 mit Frau Ingrid, zwei Kinder) gern als Triebfeder seines Wirkens an.

Erfolgsgaranten: Als jung gebliebene Eltern im ARD-Film "Ein Ferienhaus auf Ibiza" (2008) spielten Peter Weck und Heidelinde Weis wieder mal ein Ehepaar. (Bild: ARD Degeto / Stefan Falke)
VIVA: Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen. Sie müssen zum Flughafen - wahrscheinlich nicht, um in den Urlaub zu reisen?

Peter Weck: Nein, ich fliege nach Worms, ich bin ja dort Kuratoriumsvorsitzender der dortigen Nibelungenfestspiele, die bekanntlich einem starken Sparzwang unterliegen. Nun wird dort diskutiert, wie es weitergehen soll. Dieter Wedel hat eine Staufer-Collage zusammengestellt, die von Vorstellung zu Vorstellung verändert werden soll. Ein interessantes Experiment.

VIVA: Aber Sie selbst stehen weiter vor der Kamera. Was drehen Sie gerade?

Weck: Ich freue mich auf die Dreharbeiten mit Christiane Hörbiger zu "Oma ist die Beste" im August. Es ist die Geschichte einer neu auflebenden Beziehung einer Großmutter zu ihrem Enkel, ich bin da so eine Art Anwalt, der die Sache in die Wege leitet.

VIVA: Und was macht Peter Weck, der Regisseur?

Weck: Da gibt es gerade ein Projekt, das mich ganz besonders fasziniert. Mit Absolventen der Essener Hochschule werde ich Mozarts "Cosi fan tutte" als Workshop machen. Work in Progress sozusagen.

VIVA: Hatten Sie nicht schon vor Längerem vor, etwas kürzer zu treten? Das hat offenbar nicht geklappt.

Weck: Ich will mich nicht geheimnisvoll machen. Das Wollen ist vorhanden, aber ich werde halt immer wieder zu neuen Dingen verführt.

VIVA: Aber an ihrem 80. Geburtstag finden Sie hoffentlich genügend Zeit zu feiern. Wissen Sie schon, wie?

Weck: Ich hab's nicht selber organisiert, aber wir werden Gäste haben, und wie schon bei meinem 75. in Tirol wird mein Freund Alfons Schuhbeck wieder kochen. Der hat sich das nicht nehmen lassen: "Es wird gefeiert", hat er gedroht. "Und wenn es bei Wind und Wetter auf einem Himalajagipfel ist, in einem Zelt."

VIVA: Für die deutschen Zuschauer verkörpern Sie schlechthin den österreichischen und speziell den Wiener Charme. Ist Ihnen das so recht?

Weck: Ich will das Österreichische nicht leugnen, wenngleich ich die Hälfte meines Lebens in Deutschland gearbeitet habe. Wenn es in Wien zu eng wurde, dann bin ich immer ausgebüchst. Ich habe immer europäisch gefühlt, habe ja lange Jahre an Theatern in München oder Zürich gearbeitet.

VIVA: Aber nun leben Sie seit Längerem mit Ihrer Familie in Wien-Schönbrunn, wenn man so will also in Sissi-Nähe. 1955 haben Sie in "Sissi - Mädchenjahre einer Königin" mitgewirkt.

Weck: Sissi fühle ich mich eher durch das von mir in Wien produzierte Musical "Elisabeth" verbunden, das hier 13 Jahre lang gelaufen ist. Und es wird immer noch weltweit gespielt, unter anderem hatte es gerade in Japan Premiere.

VIVA: Ihre Liebe gehört noch immer dem Musical, das Sie 1982 mit "Cats" in Wien für den deutschsprachigen Raum wiederentdeckten?

Weck: Es hat seinen Zenit überschritten. Aber damals war es sensationell. Die Härte, mit der man arbeitete, war hier ohne Vorbild. Ich habe zum ersten Mal Leute aus New York und London geholt. Bei den Proben bekam selbst ich feuchte Hände. Ich habe dann immer den Seelentröster gespielt.

VIVA: Sie sprechen von den Auditions, die ja heute in die TV-Castingshows abgesunken sind. Was halten Sie davon?

Weck: Nicht viel. Es fällt auf, dass da immer von Leuten geurteilt wird, die eigentlich selbst beurteilt gehörten.

VIVA: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie Ihre alten Filme sehen?

Weck: Irgendwann stoß' ich darauf. Bei Rückblicken werden immer wieder gerne Dinge eingespielt, die die Sender billiger kriegen. Filme aus den 70er-Jahren, die damals drei Monate lang im Kino liefen. Leider sind sie immer noch in den Archiven. Aber ich genier' mich nicht dafür. Ich habe damals zur Hälfte im Burgtheater gespielt, und zur anderen Hälfte habe ich meine Gage aufgebessert. Hier die leichte Unterhaltung, dort "der Schwierige". Den Stani habe ich hunderte Male im Burgtheater, in Berlin und in Zürich gespielt, genauso wie Shakespeare oder Hermann Bahr.

VIVA: Wie stehen Sie als Regisseur, Ihrer zweiten Profession, zum oft beschworenen Regietheater?

Weck: Ich habe keinen Zugang. Als Peymann nach Wien kam, war ich selber gerade Intendant. Ich hatte keine Zeit hinzugehen. Andererseits ist es mir schon als junger Schauspieler auf die Nerven gegangen, wenn andere von der Vergangenheit redeten. Fest steht: Damals ist das Publikum vor allem der großen Schauspieler wegen ins Theater gegangen. Ich selbst bin immer fortgegangen, wenn ich gemerkt hab: Ha, jetzt wirst du zum Liebling erkoren! Dann bin ich nach Hamburg oder München ausgebüchst.

VIVA: Sie sind Professor und Kammerschauspieler, wurden mit dem Goldenen Wiener Ehrenzeichen und dem österreichischen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Was machen Sie mit all den Orden, tragen Sie die gelegentlich?

Weck: Sie sind in einem Schrank, ich hab' sie noch nie umgehabt. Ich gehe ja nie zum Opernball, trage keinen Frack oder Uniform, wie ein russischer General.

VIVA: Sie waren nie auf dem Opernball?

Weck: Noch nie. Und was die Orden betrifft: Da wurde mal ein älterer Kollege gefragt, was er denn lieber hätte - einen Orden oder einen Titel. "Titel!", hat er gesagt. "Was fang' ich denn mit einem Orden im Kaffeehaus an?"

VIVA: Sind nicht irgendwann Ihre Memoiren fällig?

Weck: Bei jedem runden Geburtstag werde ich nach meinen Erinnerungen gefragt. Aber jetzt ist es tatsächlich so weit. Sie sind fertig, tragen den genialen Titel: "War's das?" und kommen wohl Ende Oktober heraus.

Wilfried Geldner

  ORF-Porträt Peter Weck

Wer ist jetzt online?


| VIVA Startseite | Werben bei VIVA | Mail an VIVA | Impressum | Presse | Kontakt | Haftung | Copyright |
© 2003 Viva Technology GmbH. Änderungen und alle Rechte vorbehalten.
Process time: 0.034s