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"Es fällt mir schwer, zu lachen"

Marie Zielcke spielt in "Noch einmal lieben" (Dienstag, 21.03., 20.15 Uhr, SAT.1)

Pendelt zwischen Los Angeles und Berlin: Marie Zielcke ist mit dem US-Schauspieler Henry Thomas verheiratet. (Bild: SAT.1 / Volker Roloff)
(tsch) Sie ist nicht unbedingt das, was man einen Star nennen würde, denn Marie Zielcke liebt ausgefallene Rollen, die sich abseits des Mainstream bewegen. Die Schauspielerin beweist in ihnen jedoch umso mehr, dass sie einiges auf dem Kasten hat. Die 27-jährige Mutter (Tochter Hazel ist knapp zwei Jahre alt) dreht gerade das Drama "Fata Morgana" mit Matthias Schweighöfer in Marokko, der Thriller "Alibi" ist bereits im Kasten, Starttermin noch unbekannt. In "Noch einmal lieben" hat sich die junge Frau eines oft tabuisierten Themas angenommen: Brustkrebs.

Marie Zielcke, hier in einer Szene aus "Süperseks", spielt gerne ausgefallene Rollen. (Bild: Warner)
VIVA: Rauchen Sie?

Marie Zielcke: Früher, aber da sogar bis zu zwei Packungen am Tag, wenn ich drehte.

VIVA: In "Noch einmal lieben" spielen Sie eine starke Raucherin, die an Krebs erkrankt und fortan ihr Leben umkrempelt. - Haben Sie es etwa aufgrund des Films sein lassen?

Marie Zielcke: Nein. Ich hörte vor knapp drei Jahren von einem Tag auf den anderen damit auf, als ich schwanger wurde. Für den Film musste ich allerdings wieder anfangen - das war schwer. Und danach wieder aufzuhören, das war noch härter. Aber ich habe noch Glück, da ich von jetzt auf nachher aufhören kann. Heute rauche ich nur noch eine Zigarette am Abend, wenn ich ausgehe. Auch mein Mann war schwerer Raucher. Wenn er eine Zigarette auch nur anfassen würde, finge er wieder damit an.

VIVA: Ihr Mann ist der amerikanische Schauspieler Henry Thomas. Eine Boulevardzeitung titelte vor kurzem über Ihre Beziehung: "Ich heirate E.T."

Marie Zielcke: Das war so peinlich. Ich hatte dem Blatt nie ein Interview gegeben, und dann wird mir so etwas in den Mund gelegt. Mein Mann spielte damals (1982, Anm. d. Red.) den kleinen Jungen in dem Film "E.T. - Der Außerirdische", der sich mit E.T. anfreundete. Er war der mit dem Fahrrad.

VIVA: Sie beide sind seit kurzem eine kleine Familie - wie funktioniert Ehe-Alltag unter Kollegen?

Marie Zielcke: Henry und ich ergänzen uns gut. Mal dreht er, mal drehe ich. Außerdem ist es irgendwie cool: Ich sitze in L.A. und bekomme immer noch regelmäßig Angebote aus Deutschland. Wir pendeln momentan zwischen Berlin und Los Angeles, arbeiten an verschiedenen Projekten. Unser großer Plan für die Zukunft ist jedoch, "Die Brüder Karamasow" mit uns beiden in den Hauptrollen und befreundeten Kollegen zu verfilmen. Dafür haben wir sogar schon ein Drehbuch vorliegen.

VIVA: Schauspieler sagen, sie lernen durch ihre Rollen ständig hinzu. Was haben Sie bei "Noch einmal lieben" gelernt?

Marie Zielcke: Wie man mit einer Brustprothese umgeht. Doch eigentlich stimmt das nicht ganz: Ich habe so wenig Brustumfang, dass ich in jedem Film regelrecht ausgestopft werden muss (lacht). Also kannte ich diese Art von Prothesen bereits. Aber es ist natürlich etwas anderes, wenn man drei Stunden in der Maske sitzt und sieht, wie es wäre, wenn man nur eine Brust hat.

VIVA: Also begannen Ihre Drehtage damit, dass sich der Maskenbildner an Ihrer Brust zu schaffen machte ...

Marie Zielcke: Nicht nur der Maskenbildner, und das ging schon lange vor Drehbeginn los. Beim Casting schon schauten sie den Teilnehmern auf die Brüste, ob sie auch klein genug sind. Dann musste ich zum Gipsabdruck, weil ein Teil angefertigt werden musste, der nachher wie eine Prothese angelegt wurde. Das war alles schon ein bisschen komisch: Plötzlich fummeln dir 10.000 Leute am Busen rum ...

VIVA: Wie haben Sie sich denn auf dieses ernste Thema vorbereitet?

Marie Zielcke: Viele betroffene Frauen hatten Scheu, über Brustkrebs zu sprechen. Klar: Als Schauspielerin gehst du abends nach Hause und alles ist wieder gut. Doch ich unterhielt mich mit Fachärztinnen. Und Andrea Sixt, die das Buch zum Film geschrieben hatte, beriet uns sehr gut. "Noch einmal lieben" ist ihre Biografie, sie hat den Brustkrebs besiegt.

VIVA: Sie haben ein Faible für schwierige Stoffe.

Marie Zielcke: Ich finde sie einfach spannender, doch ich reiße mich nicht um diese Rollen - ich bekomme fast ausschließlich solche Drehbücher angeboten. Ich kann lachen und tue das gerne, auch wenn ich selbst ab und an eine extreme Person bin. Doch es fällt mir in Filmen viel schwerer, zu lachen als zu weinen.

Ingo Gentner

  Infoseite Marie Zielcke
  TV-Tipp: Noch einmal lieben

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